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Tradition und Hintergrund Die Abstammungslinie des Klosters Dhammapala steht innerhalb eines Zweiges der südlichen Schule des Buddhismus, ursprünglich bekannt als die Sthaviras (im Sanskrit) oder Theras (in Pali), die später als Theravada Schule bezeichnet wurde. ‚Theravada‘ bedeutet ‚der Weg der Älteren‘, was von Anfang an auch das beständige Leitthema dieser Tradition war. Ihre Grundhaltung kann man prägnant etwa so charakterisieren: ‚Dies ist der Weg, wie ihn der Buddha eingerichtet hat, und somit ist das der Weg, dem wir folgen werden. ‘ Demnach hatte dieses schlichte Ethos vor allem immer eine recht konservative Eigenart. Schon bei seinen Ursprüngen – und insbesondere als Hauptreligion in Sri Lanka – wurde der Theravada Buddhismus im Laufe der Jahre sowohl erhalten als auch immer wieder erneuert, sodass er sich schliesslich in Südostasien und später von dort in den Westen ausdehnen konnte. Während sich der Buddhismus in diesen geographischen Regionen etablierte, hat sich der Respekt und die Verehrung für die ursprünglichen Lehren erhalten, inklusive der Achtung vor dem Lebensstil, wie er vom Buddha und seinem ursprünglichen Sangha verkörpert wurde – nämlich die in den Wäldern lebenden Ordinierten der Frühzeit. Es gab Aufstieg und Niedergang im Laufe der Entwicklung der Tradition. Sie entwickelte sich, wurde wohlhabend, dann korrupt, und kollabierte schliesslich unter ihrem eigenen Gewicht. Nach dem Niedergang erschien oft eine Splittergruppe und begab sich wieder in die Wälder, um zu den ursprünglichen Standards zurückzukehren: das Einhalten der Ordensregeln, die Praxis der Meditation und das Studium der ursprünglichen Schriften. Dies ist ein Muster, welches über viele Jahrhunderte hinweg immer wieder Anwendung fand. In neuerer Zeit - in der Mitte des 19. Jahrhunderts – bestand die orthodoxe Auffassung der Gelehrten in Thailand darin, dass es in diesem Zeitalter weder möglich sei, nibbana (das Erwachen) zu verwirklichen noch jhana (meditative Versenkung) zu erreichen. Dies konnten die Wiederbeleber der Waldtradition nicht akzeptieren, was wiederum einer der Gründe war, warum sie von den Oberen der damaligen Sangha Hierarchie als Eigenbrötler und Unruhestifter erachtet wurden. Darum auch die offensichtliche Distanz, die viele von ihnen - Ajahn Chah eingeschlossen - gegenüber der Mehrheit der studierten Mönche aus ihrer eigenen Theravada Schule einnahmen. Verbunden damit vertraten sie die Auffassung, dass man Weisheit nicht aus Büchern erlangen kann.
Die thailändische Waldkloster Tradition würde heute nicht auf ihre spezielle Art existieren, hätte sie nicht dem Einfluss eines ganz besonders grossen Meisters unterlegen - Ajahn Man. Der ehrwürdige Ajahn Man Bhuridatta wurde um 1870 herum in der Provinz Ubon geboren. Nach seiner Aufnahme in den Bhikkhu Sangha (Mönchsorden) suchte er den hoch angesehenen Ajahn Sao auf, einen der wenigen damaligen Waldmönche, und bat ihn um persönliche Instruktionen in buddhistischer Geistesschulung. Ajahn Man hatte erkannt, dass neben der Meditation ein rigoroses Einhalten der Klosterdisziplin ganz entscheidend für seinen spirituellen Fortschritt sein würde. Obwohl vom heutigen Standpunkt diese beiden Elemente (Meditation und strikte Ordensdisziplin) nicht weiter bemerkenswert erscheinen, war aber zu jener Zeit die Klosterdisziplin in der gesamten Region extrem lasch und Meditation wurde mit grossem Misstrauen angesehen. Im Laufe der Jahre erklärte und demonstrierte Ajahn Man den Nutzen der Meditation und wurde für die klösterliche Gemeinschaft zu einem Musterbeispiel eines äusserst hohen Verhaltensstandards. Er wurde später zum anerkanntesten spirituellen Lehrer seines Landes und fast alle der renommiertesten und verehrtesten Meditationsmeister des 20. Jahrhunderts in Thailand waren entweder seine direkten Schüler oder wurden von ihm zutiefst beeinflusst. Und Ajahn Chah war einer von ihnen.
Da ein Wohnhaus mitten in der Großstadt sowohl für die dort lebenden Mönche als auch für die Gäste und Besucher längerfristig unangemessen war, wurde bereits zwei Jahre später ein großes Haus und Waldgrundstück in der Grafschaft West Sussex als neue Klosterresidenz gefunden. Das erste richtige Waldkloster auf englischem Boden – und damit gleichzeitig das erste in Europa - entstand: Wat Pah Cittaviveka oder Chithurst Monastery. Schon nach wenigen Jahren war auch das Kloster in Chithurst - trotz des Kaufs eines weiteren Hauses und Grundstücks für eine Nonnengemeinschaft - bereits zu eng geworden für die beständig wachsende Ordensgemeinschaft.
Nach der Gründung von zunächst zwei
kleineren Zweigstellen in den Grafschaften Devon und Northumberland Etwa zur gleichen Zeit entstanden auch die ersten zaghaften Ideen, irgendwann ein Kloster in der Schweiz einzurichten. Bereits seit den späten 70er Jahren bestand eine rege Beziehung zwischen dem Forest Sangha in England und der damaligen Schweizer Dhamma Gruppe in Bern. Ajahn Sumedho und einige andere Seniormönche wurden fast jedes Jahr eingeladen, um eine Reihe von Meditationsklausuren in den Schweizer Bergen zu leiten. Diese wurden sehr positiv aufgenommen und unterstützten zusätzlich die Idee, eine permanente Ordensgemeinschaft in der Schweiz anzusiedeln. Es dauerte aber noch bis 1987, bis Ajahn Amaro (seit November 2010 der neue Leiter des Klosters Amaravati) der Schweiz einen eher informellen Besuch abstattete. Während seines Aufenthalts gab es regelmäßige Zusammenkünfte in einer Berner Wohnung, Ausflüge in die Berge und Besuche bei bereits bestehenden spirituellen Gemeinschaften. Aus diesen recht lockeren Berner Tagen entstand dann aber der entscheidende Impuls, das Schweizer Klosterprojekt in Angriff zu nehmen. Eine Unterstützerin plünderte ihr Bankkonto, erwarb eine wertvolle birmanische Buddhastatue und offerierte sie symbolisch als Zeichen des Aufbruchs. Dhammapala
Dieses Haus wurde im Jahr 1906 erbaut und hat seitdem eine recht wandelbare Geschichte erlebt. Ursprünglich als Hotel konzipiert und gegen Kriegsende zwischendurch von alliierten Soldaten genutzt, ging es 1968 nach einem Lawinenvorfall an eine christliche Gemeinde über, die das Haus für verschiedenste Zwecke nutzen ließ.
In den darauf folgenden Jahren wurde recht viel im neuen Kloster umgebaut und gewerkelt, wie meist bei den Anfängen von Klosterprojekten in der westlichen Welt. Zunächst wurde ein neuer Meditationsraum erstellt, dann folgte die Einrichtung einer Bibliothek, das Erstellen eines Lawinendamms, allgemeine Drainagearbeiten ums Haus herum, die Trockenlegung des Kellers, das fortlaufende Erneuern von Fenstern und Außentüren, der Einbau neuer Bade- und Duschräume sowie das beständige Renovieren von Gäste- und Mönchszimmern. Zusätzlich mussten während der gleichen Zeit bis einschließlich 2008 beträchtliche Hypotheken abgetragen werden, die mit dem Haus- und Grundstückskauf verbunden waren. Das Gefühl der Schuldenfreiheit setzte dann unmittelbar materielle und immaterielle Kräfte frei, um auch das äußere Erscheinungsbild des Klosters zu bereichern. Seit Sommer 2010 ziert eine wunderschöne Buddhafigur den Klostergarten und der Klostereingang bietet dem ankommenden Gast als Willkommensgruß eine filigrane thailändische Holzschnitzarbeit mit dem Thema des achtfachen Pfades. Die klösterliche Gemeinschaft erlebte in den bisher 24 Jahren in der Schweiz viele Veränderungen. Eine beträchtliche Anzahl Mönche lebte während dieser Zeit entweder kurz- oder längerfristig in Dhammapala. Einige verließen das Ordensleben, andere zogen weiter in neue oder bereits bekannte klösterliche Gefilde.
Die einzige personelle Konstante als Leiter des Klosters war während der
ersten 17 Jahre Ajahn
Thiradhammo. Seit seinem Umzug nach Neuseeland im Jahre 2005 hat der
deutsche Mönch Ajahn Khemasiri die Führungsrolle von ihm übernommen.
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